Es ist Montag 10th April 2017 und der Rauch, der donnert

Ich hoffe, es geht Euch gut und Ihr hattet eine schöne Zeit. Hier im Luangwa fangen wir an, den Beginn der Saison durchzuplanen, denn unmittelbar nach Ostern starten wir mit der Eröffnung unserer Camps durch und bittet drückt auch Ihr die Daumen, dass jetzt keine nennenswerten Niederschläge mehr runterkommen, damit wir auch Wege und Brücken in Stand setzen können. Aber das ist es gar nicht, worüber ich heute berichten möchte, denn das hat ja Zeit, bis es wirklich abläuft. Heute hingegen möchte ich die Aufmerksamkeit auf Ruth lenken, die aus einer ganz anderen Ecke als dem Luangwa zu berichten weiß, da sie für einen Monat die Stanley Safari Lodge gemanagt hat und so gebe ich das Wort an Ruth:

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“Die Victoria Fälle sind es, die vor allem Besucher nach Livingstone führen. Und tatsächlich – sie sind so eindrucksvoll und ein wirkliches Muss für jeden, der in diese Ecke Afrikas kommt. Auf ‚Lozi‘, einer der lokalen Sprachen, heißen die Fälle „Mosi – o – Tunya“, was sinngemäß bedeutet „Der donnernde Rauch“. Und was soll ich sagen, um die jetzige Jahreszeit raucht und donnert es tatsächlich enorm. Der Zambezi erreicht aktuell seinen höchsten Pegelstand, und nach den ergiebigen Niederschlägen der zurückliegenden Regenzeit im gesamten südlichen Afrika zeigt sich das Naturschauspiel der Fälle dieses Jahr besonders eindrucksvoll. Gerade morgens sehen wir von unseren Chalets aus eine riesige Gischtwolke über dem Wald aufsteigen. Das ist das erste, was unsere Gäste nach dem Aufwachen erblicken, und schon sind sie von dem Anblick wie gefesselt.

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Eine phantastische Möglichkeit, dieses Spektakel der in die Schlucht stürzenden Wassermassen besonders eindrucksvoll zu erleben, ergibt sich vom Hubschrauber aus. Die Haare stehen einem zu Berge, wenn der Flug dabei zunächst in rasantem Tempo und engen Kurven tief in die Batoka Schlucht führt, hinter Nebelwänden durchsaust, und schließlich dem Lauf des mächtigen Zambezi folgt. Adrenalin pur ist angesagt

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Im Augenblick des Austritts aus der Schlucht scheint der Helikopter knapp die Bäume zu streifen, um sich dann hoch in den Himmel aufzuschwingen und den Blick auf die imposante Szenerie mit den Fällen, kleinen Ortschaften und das Hinterland zu öffnen. Aus der Höhe mutet der Zambezi mit all seinen Inseln wahrhaft magisch an. Um auch ja eine hervorragende Fotoausbeute zu erlangen kreist der Pilot mehrere Male entlang der Wasserfälle und vor dem Eingang der dramatischen Batoka Schlucht. Insgesamt dauert der Ausflug 20 Minuten, die Erinnerung daran aber begleitet einen den Rest des Lebens.

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Ein anderes Erlebnis, das man sich im Mosi – o – Tunya Nationalpark nicht entgehen lassen sollte, ist die Fährtensuche zu Fuß nach Breitmaulnashörnen. Aktuell lebt ein einmonatiges Baby im Park, und erst vor wenigen Tagen ist ein weiteres geboren worden. Diese Wanderungen werden von einem bewaffneten Scout der Sambischen Wildschutzbehörde bewacht und ein erfahrener Guide erklärt das Geschehen. Da solche Fußwanderungen im Park an der Tagesordnung sind, reagieren die Nashörner ausgesprochen entspannt. Ideale Voraussetzungen also für herausragende Fotos.

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Dabei gibt der Naturführer natürlich auch zu allem anderen Geschehen entlang des Weges kenntnisreich Auskunft. Für mich ein besonders eindrucksvolles Erlebnis auf dieser Wanderung war es, eine Baumklapperlerche zu beobachten, und vor allem zu hören. Ich kannte Tonaufnahmen von den Geräuschen dieses Vogels, und wollte ihn schon lange mal live erleben. Endlich war es soweit. Diese Lerche ersetzt Stimmsignale durch Geräusche, die sie mittels heftigen Flügelschlagens erzeugt. Daher auch der Name. Ich war beeindruckt von der Geräuschintensität und -reichweite, die ein so kleiner Vogel allein durch das Schlagen seiner Flügel erzeugen kann. Kaum zu glauben, aber die Natur ist eben immer wieder verblüffend.“

Wow, das sind ja nicht nur erstaunliche Geschichten, sondern dazu auch noch irre Bilder, und wenn Sie die Victoria Fälle jetzt noch immer nicht auf Ihre ToDo-Liste setzen, dann weiß ich nicht weiter. Danke Dir Ruth, dass Du all diese Erlebnisse mit uns teilst, es ist immer schön zu hören, was sich in Livingstone tut.

Und damit jetzt doch noch ein kurzer Blick ins Luangwa Tal, damit Sie wissen, was unsere Guides hier aktuell so alles zu sehen bekommen. Da ist zu allererst die Vogelbeobachtung zu nennen, die um diese Jahreszeit einfach grandios ist. Viele Vögel sind in der Balz- und Fortpflanzungszeit, und da kann man dann häufig inmitten der sattgrünen Grasflächen den Roten Bischofsvogel mit seinem leuchtend roten Gefieder sehen. Interessant für unsere Vogelkundler auch ist das aktuelle Vorkommen des sehr seltenen Schwarzstirnwürgers, dessen Sichtung all unsere Guides begeistert hat.

Doch auch von größeren Tieren will ich an dieser Stelle berichten; wenn sich auch die Löwen in letzter Zeit rar gemacht haben, so soll dennoch kurz von Garlic die Rede sein, unserem lustigen Freund. Dieses Prachtexemplar hatte sich total in eine der Löwinnen verliebt, die jedoch nicht das geringste Interesse an ihm zeigte. Er konnte tun und machen was er wollte, sie widerstand seinem Werben, und da war er dann doch einigermaßen verwirrt, der arme. Wollen wir hoffen, daß er inzwischen mehr Erfolg hatte.

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So, das war es für diese Woche. Wie Ihr seht ist hier immer was los und es gäbe noch viel zu berichten, doch ich will noch die eine oder andere Geschichte aufheben, um Euch auch für die nächste Zeit neugierig zu halten!!! Ich wünsche Euch allen eine wunderschöne Woche mit viel Freude, und vergeßt nicht aufeinander Acht zu geben. Und da wir uns ja vorher nicht mehr ‚sehen‘ schon heute Frohe Ostern.

Ems

 

 

 

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