Es ist Montag 16 April 2018 und in Mkulumadzi gibt es Marulafrüchte.

Ich hoffe Ihr seid alle wohlauf. Hier starten wir mit vielen Aufgaben in die neue Woche und hoffen, dass die Regenfälle bald aufhören; im gleichen Augenblick suchen wir nach einer Möglichkeit, Betram und sein Team nach Tena zu bringen, damit dort das Camp für die Eröffnung in vier Wochen vorbereitet werden kann. Sobald Bertram das geschafft hat wird die nächste und noch größere Herausforderung darin bestehen, Mitarbeiter nach Nsefu zu bringen. Wie auch immer, ich will mich diese Woche eigentlich gar nicht mit der Lage am Luangwa beschäftigen, sondern viel lieber erfahren, was sich in Mkulumadzi im Majete Reservat von Malawi tut, und damit übergebe ich an Erik:

“Hier in Mkulumadzi freuen wir uns über die ersten Boten des nahenden Winters, was gleichbedeutend ist mit der Reife der Marulafrüchte und damit dem Besuch zahlreicher Elefanten in unserem Teil des Reservates, die sich hier ob der Nahrungsmöglichkeiten besonders gerne aufhalten. An allen Ecken und Enden tauchen sie dann auf und laben sich im Schatten der Bäume an den köstlichen Früchten. Es gibt ja das Gerücht, dass Elefanten nach dem Verzehr von Marulafrüchten durch Gärprozesse in ihrem Magen betrunken würden. Das ist zwar immer wieder eine schöne Geschichte — jedoch inzwischen durch wissenschaftliche Forschungen als Mythos widerlegt. Der Stoffwechselvorgang im Elefantenmagen gibt diese Erklärung nicht her und so ist es doch eher unwahrscheinlich, hier betrunkene Elefanten beobachten zu können, die sich torkelnd von Baum zu Baum bewegen. Wahrscheinlicher ist es da schon, dass man ein paar Menschen sieht, die sich auf ihrem Weg an Bäumen festhalten müssen, nachdem sie zu viel von dem köstlichen Amarula getrunken haben, der aus Marulafrüchten hergestellt wird!

Der Baum verliert seine Blätter und ist getrenntgeschlechtlich, das heißt er ist entweder männlich oder weiblich. In den Dörfern rings um Majete gibt es den Aberglauben, dass der Verzehr eines Saftes aus der Rinde des Marulabaumes während der Schwangerschaft zu männlichen oder weiblichen Säuglingen führe, je nachdem ob die Rinde von einem männlichen oder einem weiblichen Baum stamme. Ich beobachte immer wieder, dass unsere Mitarbeiter den Marulabaum zur Gewinnung von Medizin nutzen. Gekaut wirken die Blätter gegen Sodbrennen, Frauen nutzen das Öl der Fruchtkerne als Hautcreme. Die Frucht selbst, kaum größer als eine kleine Pflaume, hat viermal so viel Vitamin C wie eine Orange und schmeckt frisch außerordentlich fruchtig. Sie lässt sich zudem zu leckeren Säften und Marmeladen verarbeiten.

Was die Tierwelt angeht haben wir derzeit viele hervorragende Begegnungen mit Leoparden. Unsere hier ansässige Leopardin hält sich viel in der unmittelbaren Umgebung der Lodge auf, von wo aus sie Buschböckchen und Impalas jagt und wir ihre Spuren auch immer wieder am Ufer des Shire sehen. Einige Gäste erspähten sogar einen anderen Leoparden am helllichten Tag und brachten als Beweis ausgezeichnete Fotos mit.

Voller Spannung erwarten wir die baldige Ankunft weiterer Löwen im Majete Reservat. Drei Weibchen und ein Löwe sollen in Kürze aus Südafrika hierher umgesiedelt werden und damit die Löwenpopulation Malawis weiter stabilisieren. Je nach Dynamik, die sich zwischen den neuen und den Löwen des Bestandes entwickelt, hoffen wir, dass sich ein neues Rudel bildet, das sich dann in geeigneter Lage ein eigenes Revier sichert und uns viele neue Löwen beschert.

So, das sind in Kürze die Neuigkeiten aus dem Shire Tal. Wir freuen uns auf den Beginn der Hauptsaison. Die Lodge, unsere Mitarbeiter, die Guides und die Tierwelt sind bereit. Wir hoffen, Euch bald hier begrüßen zu können.”

Ich danke Dir Erik, es ist immer wieder schön zu erfahren, was sich in Mkulumadzi tut, und wir wünschen Euch viel Erfolg dabei, den Elefanten ein paar der Marulafrüchte streitig zu machen! Und auch von meiner Seite aus verabschiede ich mich von Euch allen, wünsche Euch eine wunderbare Woche mit viel Freude und Lachen.

 

 

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