Es ist Montag 2 April 2018 und damit ‘Frohe Ostern’

ich hoffe es geht Euch gut und Ihr genießt ein wunderschönes Oster-Wochenende. Hier im Luangwatal hat uns der Oster-Kalulu (das ist der hiesige Name für einen Buschhasen!) besucht und wir hatten tolle Ostertage. Die Camps und Häuser waren alle ausgebucht, so dass es hier bestimmt niemandem langweilig wurde. Im Vorlauf der Osterzeit hatten wir phantastische Sichtungen und die Gäste wurden mit der Vielzahl an Wildniserlebnissen regelrecht verwöhnt. Den Wochenbeginn markierte ein magisches Dinner draußen auf einer Insel mitten im Fluss als besondere Überraschung für einige Gäste. Doch lasst mich zunächst einiges aus der Wildnis berichten, bevor ich weitergehend schildere, was sich so tat — und entschuldigt bitte das Durcheinander!

Ich will mit meinen Favoriten beginnen — den Wilden Hunden. Sie machen sich prächtig, sind alle gesund und zufrieden und die Sichtungen sind einfach phantastisch mit unglaublichen Einblicken in das Sozialverhalten des Rudels. Wie sie miteinander herumspringen, kläffen und bellen, oder wie das ausgelassene Treiben plötzlich durch höchste Konzentration unterbrochen wird, sich alle Tiere niederkauern, ihre Köpfe senken und auf einmal lospreschen, um nach Beute für das Abendessen Ausschau zu halten. Eines der tollsten Erlebnisse dieser Woche war, als die Gäste ein Rudel von 20 Tieren beobachteten, die sich vorsichtig durch eine Elefantenherde bewegten, während sie verstohlen einigen Impalas auflauerten. Man stelle sich den Tumult vor, der zwischen den Elefanten ausbrach, als die Hunde ihre Tarnung aufgaben, die Impalas erschrocken flüchteten und die Hunde mit eingezogenem Schwanz in den Busch davonschlichen.

Julius legt sich ja immer enorm ins Zeug, um unseren Gästen eine besondere Zeit im Busch zu ermöglichen, und so fand er jüngst ein Löwenrudel, das gerade damit beschäftigt war, einen jungen Büffel zu fressen. Überraschenderweise befand sich die dazugehörige Büffelherde mit bestimmt 500 Tieren friedlich weidend und ohne jede Regung darüber, dass ein Tier aus ihrer Sippe gerade als Dinner für die Löwen diente. Wahrscheinlich war das Opfer von der Herde zuvor ausgestoßen worden — das arme Geschöpf. Und da ich soeben von Raubkatzen-Sichtungen schreibe will ich noch eine besondere Begegnung von Auge zu Auge mit einer Leopardin erwähnen, die in einem Baum saß und deren stechender Blick ganz bestimmt in Erinnerung bleiben wird.

Was sonst noch? Es fällt mir schwer, unter den vielen Erlebnissen noch eines besonders hervorzuheben und damit doch nur an der Oberfläche zu kratzen. Auch die Vogelwelt stellt sich derzeit prächtig dar, mit vielen unserer Gäste zur Regenzeit, die noch hier sind, aber auch mit all unseren heimischen Arten, die uns immer wieder phantastische Beobachtungen ermöglichen — so zum Beispiel ein Sattelstorch, der freundlicher Weise sein Nest gut einsehbar gebaut hat, dass wir ihm täglich zuschauen können, wie er das Nest pflegt und seine Hausarbeiten verrichtet.

In und um Nkwali herum häufen sich die Anzeichen dafür, dass die Regenzeit nun zu Ende geht. So wurde zu Beginn der letzten Woche unsere treue Mangusten-Familie erstmals wieder an der Lagune gesichtet. Es ist immer wieder schön, diese Kerlchen durch das Camp wuseln zu sehen. Auch das Nkwali-Flusspferd Humphrey hat seinen Platz in der Lagune wieder eingenommen — unverändert alleine und übelgelaunt, und meist mit einem Hut aus Seerosen auf dem mächtigen Schädel.

Über die Osterfeiertage lief der Betrieb völlig normal mit den regulären Pirschfahrten am frühen Morgen und nachmittags. Lediglich ein paar zusätzliche Busch-Frühstücke waren eingeplant, über die sich Kiki besonders gefreut haben soll, da er wohl immer der erste in der Reihe ist, wenn es um die Köstlichkeiten aus der Pfanne geht! Natürlich war unsere Küche unglaublich engagiert, um all die Gerichte und Spezialitäten vorzubereiten, die mit dem Osterfest in Verbindung stehen, vom delikat geräucherten Lachs über die obligatorischen Osterbrötchen bis hin zu Unmengen von Schokoladenspezialitäten zwischendurch! Die Kellner waren ebenso vom Ereignis voll eingenommen und dekorierten die Tische mit Osterhasen, die mich doch sehr an jenen Blick meines Schneiders erinnerten, mit dem der mich betrachtete und wohl für verrückt erklärte, als ich sie bei ihm in Auftrag gab.

So, das war es von einer unglaublich geschäftigen Woche bei uns. In der Zwischenzeit hattet Ihr, die Ihr diese Zeilen zu Hause lest, hoffentlich ein schönes Wochenende mit Eurer Familie und mit Freunden, und mit viel Schokolade natürlich. Genießt den Rest der Woche, habt Spaß seid gegrüßt bis nächstes Mal.

 

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