Es ist Montag 23 April 2018 und in der Küche braut sich was zusammen

Hallo miteinander, ich hoffe es geht Euch nach einem schönen und erholsamen Wochenende gut. Bei uns im Luangwa Tal laufen die Vorbereitungen für die Hauptsaison auf vollen Touren. Ein erstes Team ist auf dem Weg nach Nsefu um zu prüfen, wie die Wegeverhältnisse sind und um damit zu erfahren, wann wir endlich dorthin starten können. Denn derzeit befinden wir uns in einem regelrechten Schwebezustand, in dem wir weder mit schwerem Fahrzeug noch mit dem Boot dorthin gelangen können. Das ist natürlich nervenaufreibend …

Bevor wir uns nun aber der Schilderung jüngster Naturbeobachtungen widmen, will ich Euch zunächst in die Küche von Nkwali entführen. Als Teil der Saisonvorbereitungen haben wir in den letzten 5 Wochen eine intensive Fortbildung für unsere Küchenteams durchgeführt, in deren Rahmen die Köche ausgesprochen schmackhafte Gerichte zauberten. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass als Folge einige Kilo mehr auf der Waage stehen, und zwar nicht nur bei mir, sondern beim gesamten Team, hatten die Köche doch einige Gerichte für den regulären Gästebetrieb vorbereitet. Und wenn auch alles sehr schmackhaft war, so kam doch die eine oder andere Kreation aus welchem Grund auch immer nicht zur Ausgabe, sondern wurde der gesamten Mannschaft von Nkwali serviert. Es ist wunderbar zu erleben, wie unsere herausragenden Köche neue Gerichte kreieren oder die Favoriten der Vergangenheit mit neuen Ideen auffrischen. Und für mich selbst war es eine Wohltat, mal in der Küche zu arbeiten und somit eine Auszeit von meinem Schreibtisch zu haben.

So, jetzt aber raus in die Wildnis und ein paar Eindrücke davon, was sich im Busch so alles getan hat. Die Tiere verwöhnen uns unverändert, so dass die Gäste jeden Tag mit herrlichen Eindrücken von ihren Beobachtungsfahrten zurückkehren. Natürlich könnte ich an dieser Stelle nun alles minutiös auflisten, doch will ich mich lieber damit begnügen, einige Schlüsselerlebnisse der Woche zu schildern. Die Löwen sind einfach phantastisch und unsere Gäste haben das große Rudel beim Jagen, Töten, Fressen, Verdauen und Schlafen gesehen. Fred ist zudem während einer Wanderung einer Löwin begegnet — was natürlich ein spektakulärer Glücksfall war.

Robin’s House war schon richtig gut gebucht und Obi berichtet ebenso von phantastischen Beobachtungen. So zum Beispiel kürzlich mit einer Familie, für die es teilweise ein erster Besuch in Afrika war. Keiner von ihnen hatte bisher jemals Afrikanische Wildhunde gesehen. Jetzt hatten sie das Glück, das Rudel mit 22 Tieren zu finden, und als wäre das Beobachten eines solchen Rudels nicht schon aufregend genug, so konnten sie dann sogar noch den Aufbruch der Tiere zur Jagd erleben. Sie beobachteten die gesamte Jagd, lediglich der eigentliche ‚kill’ blieb ihnen wegen eines Busches verborgen, dann aber konnten sie wieder die Rangplänkeleien innerhalb des Rudels und schließlich die Verteilung des erbeuteten Impalas beobachten. Besser geht es eigentlich nicht — abgesehen von der Überraschung eines Sonnenuntergangs mit Champagner, den das Team am Ufer des Luangwa vorbereitet hatte. Neben den Buschabenteuern hat es die Familie zudem genossen, gemütliche Stunden am Pool zu verbringen und die herrliche Wärme zu genießen, die wir in diesen Tagen haben.

Bevor ich nun aber in einen Wetterbericht abschweife will ich mich doch noch einmal konzentrieren und von einem Erlebnis berichten, bei dem Gäste von Nkwali 13 vollgefressenen Löwen einschließlich Jungen und den Männchen Garlic und Ginger begegneten. Die hatten soeben ein ganzes Zebra verputzt. Sie waren so vollgefressen, dass ihre Bäuche wie Ballons aussahen und Garlic sichtlich Schwierigkeiten hatte, einen schattigen Platz für seinen Verdauungsschlaf zu erreichen. Die ganze Szene dieses Nachmittags versinnbildlichte die Redewendung von ‚voll, fett und müde’.

So, das war es von einer ereignisreichen Woche hier im Luangwa, ich wünsche Euch eine gute Woche vor Euch mit viel Anlass zu Lachen und Freude.

 

 

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