Es ist Montag 28 Mai 2018 und ein toller Trip zum John’s Camp!

Hallo miteinander, ich hoffe es geht Euch gut, Ihr hattet ein tolles Wochenende und seid gut in die neue Woche gestartet. Die Neuigkeiten vom Luangwa Tal lassen sich in Kürze zusammenfassen: Tena Tena und Nsefu sind eröffnet, die Camps schauen prächtig aus und die Teams sind mächtig gespannt auf die Saison. Doch heute will ich gar nicht von hier berichten, vielmehr ist es diese Woche an Ed Selfe, der sonst hier im Luangwa-Tal mit seiner Kamera unterwegs ist. Der kommt gerade von einer Safari im John’s Camp in Simbabwe zurück, wo er eine tolle Zeit hatte — Ed, Du hast das Wort:

“Erstmals gehört hatte ich von Mana Pools 2004, als mir Freunde von einem überwältigenden Waldgebiet in Zimbabwe am Ufer des Sambesi berichteten. Schon damals, noch bevor Mana Pools jenen Ruf hatte, den es heute genießt, wurde die Gegend als wilde und authentische Safariregion bewundert.

Bis heute stellt es eine Herausforderung dar, die schwer zugängliche Region zu erreichen, und durch diese Abgeschiedenheit ist Mana Pools vor jenen hohen Besucherzahlen geschützt, die andere Nationalparks inzwischen zeitigen. Wir kamen dort nach einem gemütlichen zweistündigen Bootstransfer an. Gebucht waren wir im John’s Camp, einem authentischen Lager am östlichen Rand des Parks, benannt nach dem legendären simbabwischen Guide John Stevens. Geführt wird es von John’s Tochter und Schwiegersohn, Sarah und Milo, und ist vor nicht langer Zeit in die exklusive Familie von Robin Pope Safaris aufgenommen worden.

Im bisher weitgehend nicht privatwirtschaftlich betriebenen Mana Pools Nationalpark bedeutet John’s Camp möglicherweise den nächsten Schritt. Es ist das einzige Camp östlich der Nationalparkverwaltung von Nyamepi und verfügt damit über ein wunderbares Gebiet zur privaten Nutzung. Hier wird das Ideal eines ursprünglichen Busch-Camps um Momente von Komfort, Exklusivität und Eleganz angereichert und wirkt somit in der abgeschiedenen Lage um so aufsehenerregender.

Der Park wird durch die hier ziemlich enge Schwemmlandschaft des Sambesi und im Inland durch ganzjährig dichten Buschwald, der oberhalb der Fluthöhe des Flusses liegt, markiert. Mit fortschreitender Saison drängt mehr und mehr Wild aus dem Dickicht und bevölkert das Schwemmland, das Nahrung und direkten Zugang zum Wasser bietet.

Entsprechend aufregend gestaltet sich das Geschehen. Entlang des Flusslaufs gibt es große Grasflächen, die bis zur Uferböschung reichen und in denen Elefanten mit enormen Stoßzähnen im Ried grasen. Nur wenige Meter vom Wasser entfernt geht die Landschaft in alten Waldbestand über, der die Vorstellung vieler Interessenten an einem Besuch von Mana Pools geprägt hat. Ahnenbäume, Weiße Akazien und Ebenholzbäume säumen den Flusslauf in der Ferne, und die nur spärliche Vegetation zwischen den Bauminseln verschwindet von Tag zu Tag mit fortschreitender Trockenheit.

Unter den großen Bäumen äsen Impalas an Sichelpelzbüschen und Elefanten strecken ihre langen Rüssel nach den Blättern der Weißen Akazien aus. Während unseres Aufenthaltes waren die Impalas gerade auf dem Höhepunkt ihrer Brunft, und so hörten wir während unserer Safari ein Schnauben und Gebrüll, wie man es dieser wohl elegantesten Antilope Afrikas nicht zutrauen würde.

Am Nachmittag unserer Ankunft in Mana Pools verließen wir das Camp, um Löwen zu suchen, die wir während der Anfahrt zum Nationalpark vom Boot aus bei der Paarung gesehen hatten. Wie anzunehmen hatten sie es sich unter einem Busch gemütlich gemacht, doch das Weibchen war offensichtlich sehr hungrig, denn ihre Augen hefteten sich an ein paar Impalas in der Nähe, die sie schließlich sogar verfolgte. Doch bald verlor sie das Interesse, und so beschlossen wir weiterzufahren und erst zurückzukehren, nachdem auch die Temperaturen gesunken waren.

Wir hielten uns vom Fluss weg landeinwärts Richtung mächtiger Wälder, in der Hoffnung, dort Elefanten in der Umgebung großer Weißakazien auf Futtersuche zu finden. In dieser Gegend begleiten die Familien-Herden bisweilen ausgewachsene Bullen, die in der Lage sind, Äste in großer Höhe zu erreichen und herunter zu reißen, von denen dann alle etwas abbekommen. Wir waren noch nicht weit gekommen, als ich plötzlich meinte, im Laub nah am Weg etwas zu gesehen zu haben. Ich veranlasste unseren Guide David anzuhalten und ein paar Meter zurückzufahren. „Ich meine ein Gürteltier gesehen zu haben!” Angesichts der Uhrzeit und Helligkeit um 17 Uhr glaubten die anderen mir nicht recht!

Und doch — da war es! In Deckung hinter einem Baum, doch den langen Schwanz dahinter hervorragend, sah ich das erste Gürteltier in meinem Leben! In diesem Augenblick waren alle Elefanten, Wälder, Flüsse nebensächlich, selbst wenn wir sonst nichts anderes in Mana Pools gesehen haben würden, wäre diese eine Begegnung die Reise wert gewesen! Mit David als einem qualifizierten Guide auch für Wanderungen in Simbabwe durften wir das Fahrzeug verlassen und uns dem außerordentlich scheuen und eigentlich nachtaktivem Tier nähern. Gürteltiere sind zwar Säugetiere, die lebend gebären und die Jungen mit Milch aufziehen, doch mit ihrem Schuppenpanzer ähneln sie eher Reptilien. Sie ernähren sich von Ameisen, die sie mit ihrer langen Zunge aus dem Bau holen. Trotz ihrer Schuppen bewegen sie sich langsam und sind verletzlich und eine leichte Beute, weshalb sie vornehmlich nachts aktiv sind. Wenn sie gestört werden, rollen sie sich zu einer Kugel zusammen, die nicht einmal ein starker und hungriger Löwe knacken kann.

Wir machten einige tolle Fotos von dem Gürteltier bei der Futtersuche im Bodenlaub, wo es gelegentlich den Kopf hob und uns mit seinen Knopfaugen anstarrte. Was ein Gürteltier veranlasst, sein Versteck am Nachmittag zu verlassen und auf Futtersuche zu gehen, anstatt bis zum Einbruch der Dunkelheit zu warten, ist uns ein Rätsel! Wir verließen es schließlich und hoffen, es nicht allzu sehr erschrocken zu haben, um Richtung Camp zurückzufahren. Safaris in Mana Pools enden um 18 Uhr, und so kamen wir mit dem letzten Tageslicht zurück gerade recht für ein Bier am Lagerfeuer, bevor das Essen serviert wurde.


Wir beschlossen, den nächsten Morgen wieder in Richtung der Wälder aufzubrechen, um dort in gutem Licht Interessantes zu entdecken. Die Möglichkeit, jederzeit wandern zu dürfen, nutzten wir dazu, uns an Elefanten anzupirschen, wie dies mit dem Fahrzeug nie möglich wäre. Es ist einfach unbeschreiblich, sich zu Fuß zwischen diesen riesigen Tieren zu bewegen und dazu noch ein ganz besonderes Erlebnis, Elefanten aus der menschlichen Froschperspektive zu fotografieren.

Wir blieben den gesamten Vormittag draußen, sogar über jenen Zeitpunkt hinaus, in dem das Licht fürs Fotografieren geeignet ist, erkundeten so neue Gebiete und verfolgten die Wanderbewegung verschiedener Tierarten. Eine Vielzahl von Raubvögeln, kleine Elandgruppen, und einige Verbünde von Büffeln und Zebras, wie natürlich jede Menge Flusspferde entlang des Ufers. All dies sind Anzeichen eines gesunden und funktionierenden Ökosystems.

In der Nacht hörten wir ganz in der Nähe Löwengebrüll! Früh am Morgen begaben wir uns daher auf die Pirsch und fanden sofort einen großen Löwen auf dem Weg. Zunächst meinten wir, er wäre alleine, doch bald schon hörten wir Geräusche von anderen ganz in der Nähe. Zu Fuß näherten wir uns der Gegend, wo wir die anderen Löwen vermuteten, aber noch nicht sehen konnten. Schließlich fanden wir versteckt im hohen Gras einen weiteren Löwen zusammen mit zwei Löwinnen. Es scheint, dass der Löwe auf dem Weg versucht, eine Verbindung mit jenem Löwen einzugehen, den wir wenige Tage zuvor bei der Paarung gesehen hatten. Zu Beginn der Saison, wenn die Löwenaktivitäten über mehrere Monate hinweg nicht beobachtet werden konnten, ist es meist schwierig, die künftige Rudelkonstellation für die Folgezeit vorherzusagen.

Mana Pools ist ein wunderschöner und einzigartiger Park, in dem es den Besuchern erlaubt ist, in erstklassigem Regionen wandern zu gehen, die in anderen Nationalparks nur für Safaris vom Geländewagen aus zulässig wären. Es ist zudem ein kleiner Park mit stark begrenztem Aktivitätengebiet, wodurch die Konzentration des Wildes und der Raubtiere während der wenigen Monate Trockenzeit unglaublich ist. Ganz bestimmt werde ich angesichts dieser hervorragenden Bedingungen, seiner Ruhe und wunderschönen Landschaft zum John’s Camp zurückkehren.”

Das war ja ein phantastischer Trip, Ed, und ich danke Dir dafür, dass Du diese Eindrücke mit uns geteilt hast. Tatsächlich kann ich da kaum mithalten und so ziehe ich mich lieber zurück und wünsche Euch für den Rest der Woche eine gute Zeit, viel Anlass zu Freude und Lachen und vergesst nicht aufeinander acht zu geben.

 

 

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