Es ist Montag 30 April 2018 und hat begonnen.

Hallo miteinander, ich hoffe Ihr seid wohlauf nach einem schönen Wochenende und gerüstet für die anstehenden Herausforderungen und Freuden der neuen Woche. Hier im Luangwatal kühlen die Temperaturen merklich ab mit der Folge spektakulärer Morgenstimmungen, wenn die Sonne am Horizont aufgeht und mit der Erwärmung die berühmten Nebelschwaden über das Schwemmland des Luangwa wabern. Zugleich bedeutet die Abkühlung das Ende der Regenfälle, so dass es zuletzt ein regelrechtes Gedränge gab von Menschen und Baumaterialien, von denen in den letzten Tagen so viel wie möglich nach Tena und Nsefu gebracht werden musste, um dort die Camps für die Saison vorbereiten zu können, bevor jener Schwebezustand eintritt, in dem wir weder mit dem Boot noch über den Landweg dorthin gelangen können. Eine gute Nachricht ist, dass Ruben heute Morgen mit einem Team von erfahrenen Mitstreitern zu dem Vorhaben aufgebrochen ist, die Kawaluzibrücke einzusetzen — das ist eine kleine Behelfsbrücke über den Fluss Kawaluzi, die uns die Straßenzufahrt in den Nsefu-Sektor ermöglicht. Ein Traktor wird in den nächsten Tagen folgen und dann gibt es kein Hindernis mehr, da wir die Wege instand setzen können.

Nyambe und Nicholas sind derweil in Tena damit beschäftigt, alle anstehenden Bauarbeiten festzulegen. Die Böden in den Zimmern und Bädern wurden frei geräumt und überprüft, da sie mit dem Abbau der Zelte am meisten den Naturgewalten während der Regenzeit ausgesetzt waren. Die Handwerker schleifen die Wände ab, ersetzen durch die Feuchtigkeit geschädigte Holzteile und bauen nach dem Trocknen alles wieder zusammen. Nachts hören die Jungs das Brüllen der Löwen und morgens sehen sie deren Spuren im Camp. Zum Glück ist es bis jetzt noch zu keinen Begegnungen am Tag gekommen.

Willie als neuestes und erwartungsvolles Mitglied im Team von RPS wird Nsefu in diesem Jahr leiten und ist ebenso heute Morgen zu dieser Herausforderung gestartet. Wir werden Euch hoffentlich schon bald über die Fortschritte von dort berichten.

Während all der Zeit geraten Rob und ich langsam in Panik ob der Tatsache, das uns die Zeit davon rennt.

Kiki hat seine weiblichen Züge kennengelernt, als er vergangene Woche mit einigen Guides einen Besuch bei Mulberry Mongoose abstattete. Das ist ein lokaler Handwerksbetrieb, in dem Schmuck anfertigt wird, der zum größten Teil aus Schlingendraht besteht, den die Einsatzkräfte bei ihrem Kampf gegen die Wilderei beschlagnahmen; ein fester Teil der Einnahmen aus dem Verkauf dieses Schmucks wird für die Arbeit gegen die Wilderei gespendet. Das Team von Kiki lernte bei der Betriebsbesichtigung kennen, was die Mitarbeiterinnen dort produzieren, und können so in Zukunft ihren Gästen von den Verdiensten erzählen, die dieser Betrieb für die Dorfgemeinschaft und den South Luangwa Nationalpark erbringt.

Hinsichtlich der Tierbeobachtung verwöhnen uns unvermindert Löwen und Leoparden, so dass uns die Begegnungen mit diesen Raubkatzen so langsam zum Ohr raushängen. Darüber hinaus ermöglichen die vielen Elefanten der Gegend immer wieder tolle Beobachtungen, nicht zu vergessen unser Flußpferd Humphrey in der Lagune von Nkwali. Der hatte sich entschlossen, seine Komfortzone zu verlassen und wohl auf die Suche nach einer weiblichen Begleitung gemacht, was jedoch leider schiefgegangen ist. Nach einwöchiger Abwesenheit kehrte er verletzt zurück, leicht humpelnd und mit einer Wunde auf dem Hintern und noch schlechterer Laune als üblich. Der erste Abend nach seiner Rückkehr bedeutete für unser Personal und die Gäste im Camp eine besondere Herausforderung, weil Humphrey zwar hungrig war, aber wegen der Verletzung nicht weit laufen konnte und kurzerhand den Graspfad zur Bar als geeigneten Weideplatz auserkor! Damit war die Bewegungsfreiheit im Camp natürlich erheblich eingeschränkt, doch Kiki hatte wieder einmal alles unter Kontrolle.

So, das war es dann mal wieder, Ihr seht wir haben alle Hände voll zu tun und mit der anstehenden Eröffnung von Tena Tena und Nsefu werde ich in Kürze noch viel mehr Geschichten bieten können. Für heute lasse ich die Ereignisse eines Tages stellvertretend für die gesamte Woche stehen. Ich wünsche Euch eine gute Woche mit viel Freude und Lachen, und vergesst nicht aufeinander Acht zu geben.

 

 

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