Es ist Montag 4 Juni 2018 und alle Systeme gehen.

Hallo miteinander, ich hoffe es geht Euch gut und Ihr blickt auf ein schönes und geruhsames Wochenende zurück. Hier im Luangwatal haben wir, um es auf einen Nenner zu bringen, kaum Zeit zum Verschnaufen, denn nach einem sanften Beginn der Saison haben wir bald RPS-übliches Tempo aufgenommen und sind nun zum Beginn unserer Hochsaison voll ausgelastet.

Hinsichtlich Leopardenbegegnungen werden wir derzeit quasi überfüttert, und so sehr ich es auch hasse, die Erwartungen unserer Gäste durch die Lektüre dieser Mitteilungen zu hoch zu schrauben im Sinn “dass sie im Luangwatal auf alle Fälle Leoparden sehen würden”, weil es eben auch Zeiten gibt, in denen wir nicht den Hauch einer Chance haben, diese wunderschönen Katzen zu beobachten. Doch in der vergangenen Woche konnten wir aus dem Vollen schöpfen. Gäste vom Luangwa Haus waren auf dem Rückweg von ihrer Pirschfahrt, hatten den Fluss im Boot überquert und waren an der Anlegestelle von Robins Haus in den Geländewagen umgestiegen, als sie nach wenigen Metern einen Leoparden entlang des Weges trotten sahen. Und als wäre das noch nicht genug, sahen sie zugleich einen weiteren Leoparden, der hinter dem Gebäude entlang schlich. Wahrlich kein schlechtes Ende einer Pirschfahrt.

Auch in Nsefu geht es rund, dort beobachten wir eine wunderschöne Leopardin mit zwei Jungen — die so klein sind, dass die Mutter sie noch im Dickicht versteckt hält, wo es Gästen dennoch gelang, eines zu entdecken, während die beiden Filmemacher Will und Lianne schließlich sogar einen flüchtigen Blick auf beide Jungen werfen konnten. Gäste vom Luangwa Bush Camping sahen später die Mutter, wie sie einen Affen jagte und schließlich tötete — es ist nahezu ausgeschlossen, einer Leopardin gemeinsam mit ihren Jungen zu begegnen. Apropos Luangwa Bush Camping, dort hatte es sich zuletzt ein Rudel von 5 Löwen in der Nähe des Camps gemütlich gemacht, und die Gäste konnten wählen zwischen Tiefschlaf oder aber dem Konzert des Löwengebrülls. Zudem ist jüngst eine Gruppe von 4 jungen Löwen in den Nsefu Sektor eingedrungen, wo sie ein ernstzunehmender Faktor werden können, was wir künftig unbedingt beobachten werden.

Nsefu-Manager Marcos war eines morgens mit den Check der Zimmer beschäftigt und völlig in Gedanken vertieft, als er beim Verlassen eines Zimmers prompt von einem mächtigen Elefantenbullen begrüßt wurde, der den Schatten eines Baumes genoss. Es verging eine kleine Ewigkeit, bis der Elefant weiterzog und Marcos mit seiner Arbeit fortfahren konnte. Das ist auf alle Fälle eine gute Entschuldigung dafür, sich mal ein wenig in einem der Gästezimmer auszuruhen! Sehr schöne Fotomotive ergeben sich dadurch, dass die Scharlachspinte dieses Jahr anfangen, ihre Nester an der Uferböschung direkt vor dem Camp zu bauen.

Wildhunde wurden zuletzt von Gästen aus Tena Tena und aus Nsefu beobachtet, und wir nehmen an, dass es sich um ein und dasselbe Rudel handelt, das zwischen den beiden Gebieten pendelt. Damit sind wir schon bei Tena Tena, wo regelmäßig eine Leopardin mit einem Jungen beobachtet werden kann, das sich ausgesprochen interessiert an den Geländewagen zeigt. Zudem beginnen Büffel, das Gebiet in großen Herden zu besuchen, was eindrucksvoll ist und dazu führt, dass ein paar mürrisch aussehende alte, aus der Herde ausgeschlossene Einzelgänger in der Umgebung des Camps herumlungern. Und dann sind da noch die immer wieder entzückenden Begegnungen mit Stachelschweinen, die wir häufig auf den Nachfahrten antreffen. Wer liebt sie nicht, diese drolligen Wesen — gleichzeitig hübsch und doch bizarr ausschauend.

So, nun könnt Ihr also nachvollziehen, dass unser Saisonbeginn hinsichtlich der Tierbeobachtung alles andere als ruhig verläuft, ganz im Gegenteil und wir sind alle überrascht darüber, was wir bereits gesehen haben und drücken natürlich die Daumen, dass es so auch weitergeht. Ich für meinen Teil glaube, dass diese Schilderungen für den Rest der Woche genügen sollten und ich hoffe, dass Euch die Leopardengeschichten neugierig machen auf das, was wir in den nächsten Wochen zu berichten haben. Damit verabschiede ich mich, nicht ohne Euch eine gute Woche mit viel Anlass zur Freude und zum Lachen zu wünschen, und vergesst nicht aufeinander Acht zu geben.

 

 

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