Es ist Montag 9 Juli 2018 und die erste Walkingsafari der Saison

Hallo, ich hoffe es geht Euch gut und Ihr hattet ein schönes Wochenende mit viel Spaß und Freude an der Fußballweltmeisterschaft. Hier im Luangwa-Tal haben die mobilen Wandersafaris mit gehörigem Aufsehen, tollen Tierbeobachtungen und viel Spaß begonnen. Daher freue ich mich außerordentlich, Eure Aufmerksamkeit für diese Woche auf den Mupamadzi zu lenken und mit freundlicher Genehmigung von Miranda und David Jollie aus deren Bericht zu zitieren — Miranda, Du hast das Wort:

“Es sind fünf Jahre seit unserem letzten Besuch im South Luangwa Nationalpark vergangen – viel zu lange. Unsere letzte Reise war mit einem Besuch in der Liuwa-Ebene verbunden, wo wir Kanga (der uns dort führte) wie auch Jason kennenlernten, und uns nach deren Erzählungen vorgenommen hatten, das nächste Mal die Mobile Walkingsafari zu machen. Das uns jetzt endlich mögliche Datum war zugleich die erste Tour der Saison.

Mit einer Gruppe von Leuten, die du erst am Tag zuvor kennengelernt hast, fünf Tage im Busch zu verbringen, ist an sich schon ein Abenteuer, doch dies als erste Gruppe des Jahres zu erleben, wirkte besonders herausfordernd. Als wir zu siebt (sechs Gäste plus Jason) den Land Cruiser bestiegen, hatten wir das echte Gefühl, tatsächlich in die Wildnis aufzubrechen. Während einer Kaffeepause zeigte uns Jason anhand seiner Karte, wie weit die mobilen Lager von anderen Camps entfernt waren. Wir würden die ersten Menschen sein, die die Tiere seit mehr als einem halben Jahr zu Gesicht bekämen. Zusammen mit einem umfassenden Abriss zu Geschichte, Geographie und Ökologie des Luangwa-Tals erklärte Jason, dass die Faszination im Mupamadzi-Gebiet nicht zuletzt darin bestünde, zu sehen, wie Tiere auf uns reagieren – zu Fuß wären wir integraler Teil ihrer Welt, und weniger fremde Eindringlinge auf einem Fahrzeug.

Als erste Gruppe des Jahres könnte man ein paar Kinderkrankheiten beim Aufbau und Betrieb der Camps erwarten. Doch weit gefehlt. Camp One war bereit und Michael erwartete uns bei der Ankunft mit kaltem Bier. All die Annehmlichkeiten konventioneller Safaris waren aufgeboten – Sundowner, Nachmittagskuchen, leckeres Essen, heiße Duschen – doch die Kuchen wurden in einem Loch im Boden gebacken und die Dusche kam aus einem Eimer. Es ist schwierig, einzelne Mitarbeiter hervorzuheben, weil alle so ausnehmend gut waren, aber eine Person, die uns besonders begeisterte, war Jeffrey, den wir noch von Liuwa her als Kellner kannten. Mit Adleraugen gesegnet absolviert er derzeit eine Ausbildung zum Wildnisführer, begleitete uns bei den Wanderungen, und scheint die gesamte Zeit nicht geschlafen zu haben, da er uns jeden Morgen berichtete, wo die Löwen gebrüllt hatten während wir selig schliefen!

Wandern in dieser abgelegenen Gegend birgt eine Fülle von Safari-Erfahrungen, die sonst nicht möglich sind. Jason brachte uns bei, wie man steinzeitliche Werkzeuge erkennt, die in den meisten Schluchten und steinigen Gebieten zu finden sind – anscheinend lebten früher mehr Leute hier als jetzt! Wir hörten Leoparden bei der Paarung und Löwenbrüllen zum Sundowner. Wir vernahmen ein leises Rascheln als das einzige Geräusch, während Elefanten nur wenige Meter von uns entfernt durch das Gras zogen. Wir wateten durch den Fluss und gingen zu den abgelegenen Chifungwe Plains, wo wir auf einem kleinen Bergrücken Tee tranken und eine Elefantenherde beobachteten, die auf einen Drink ins Tal lief und sich am Fluss suhlen wollte. Plötzlich drehten sich alle um und rannten zurück, wie sie gekommen waren – sie hatten wohl unseren Geruch gewittert auf einem Weg, den wir zuvor entlang gegangen waren. Faszinierend der Moment dann als sie zurück über die Ebenen gingen und zu einem anderen Weg kamen, den wir an diesem Tag ebenso passiert hatten. Die Leitkuh an der Spitze der Kolonne hielt inne und wir meinten fast, ihre Gedanken lesen zu können, wie sie die potenzielle Bedrohung beurteilte. Diesmal war sie weniger besorgt und die Herde zog weiter. Die Gewöhnung an unsere Gegenwart geschah vor unseren Augen. Kurz darauf rief Super-Spotter Jeffrey vom Ende unserer Gruppe “Lions!” Ein Rudel lag auf einer Anhöhe wenige Meter entfernt. Jason erkannte sie als das Rudel, dem er letztes Jahr gefolgt war und das ihn mit Sorge erfüllt hatte, da zwar Junge, aber kein männlicher Löwe dazu gehörten – er hatte befürchtet, dass sich ein rudelloser Löwe an die Spitze der Gruppe setzen könnte und dazu alle männlichen Jungen töten würde. Nicht nur die Weibchen waren zusammen, die Jungen waren ebenso da. Wir waren die Ersten, die sahen, dass das Rudel es unbeschadet durch die Regenzeit geschafft hatte.

Doch nicht nur die Tierwelt macht die mehrtägige Wandersafari so besonders – fern von Fernsehen, Internet und all den anderen Dingen, auf die wir uns im Alltag verlassen, ist hier eine Gelegenheit, an der sich gute Gesellschaft und Geschichtenerzählen bewähren. Gemeinsam am Feuer oder beim Sonnenuntergang werden aus einer Gruppe Fremder beste Freunde. Ich hatte noch nie einen Urlaub, in dem ich so viel gelacht habe.”

Wow, vielen Dank Miranda und David, und nur als kleine Ergänzung der Hinweis, dass wir diese fabelhafte Karte, die Jason von der Reise und den Wanderungen, sowie den wesentlichen Highlights bei der Tierbeobachtung gemacht hat, zusammenstellte haben.

Um ehrlich zu sein gibt es von meiner Seite wirklich sehr wenig, was ich noch beitragen könnte, da Miranda die Magie der Mobilen Wandersafari so treffend beschrieben hat – diese völlige Entfernung von modernen Technologien, denen wir uns so verbunden fühlen, zugleich tolle Gesellschaft, atemberaubende Landschaft und wunderbare Tierwelt — gibt es eigentlich noch eine Steigerung?

So wünsche ich Euch eine tolle Woche mit viel Grund zur Freude, und vergesst nicht, aufeinander Acht zu geben.

 

 

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